8. Gemeinsame Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation e. V. und der
Deutschen Gesellschaft für Neurotraumatologie und Klinische Neurorehabilitation e. V.

Neurorehabilitation im demografischen Wandel
10.-12.12.2020 • Digital

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Workshopbeschreibungen

WS 1 • Begutachtung in der Neurorehabilitation

In diesem Workshop lernen Sie sowohl die Grundlagen als auch die Besonderheiten im Schwerbehindertenrecht kennen, verbunden mit den Hinweisen auf Standards aber auch typische Fehler. Am Beispiel einer häufigen und auch relevanten Form der Begutachtung im Rahmen einer Neurorehabilitation erfahren Sie die wichtigsten Vorgehensweisen der neuropsychologischen Beurteilung der Fahrtauglichkeit.

WS 2 • Transkranielle Gleichstromstimulation in der Neurorehabilitation

Die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) ist eine elektrotherapeutische Methode, mit der man die Erregbarkeit der Hirnrinde mittels schwacher Gleichstromstimulation über Elektroden an der Kopfhaut erhöhen oder vermindern kann. Die Therapie ist einfach und für den Patienten komfortabel durchzuführen, da die Reize unterschwellig angeboten werden. Durch Nutzung der Neuroplastizität ist der Einsatz bei einer Reihe von Symptomen, Syndromen und Erkrankungen sinnvoll. In diesem Workshop erhalten Sie zunächst einen Überblick zu den physiologischen Grundlagen und Prinzipien der Anwendung incl. ihrer heute bekannten Erfolge und Limitationen sowie auch einen Ausblick auf zukünftige Forschungsrichtungen.  Von den klinischen Anwendungen beleuchten wir ausführlich den Einsatz bei den verschiedenen Formen von Aphasien.

WS 3 • Mobile und telematische ambulante Neurorehabilitation

Neurorehabilitation braucht neue Versorgungsformen angesichts der demographischen Entwicklung mit Zunahme der Patientenzahl und Abnahme der berufstätigen Therapeuten. Zudem belegt die Therapieforschung die Notwendigkeit störungsspezifischer und gleichzeitig hochfrequenter Therapieinterventionen und Trainingsmodalitäten, um nachhaltige Rehabilitationseffekte zu erzielen. Vieles davon sollte dann niederfrequent in Nachsorge und Langzeitversorgung weitergeführt werden. Andere Rehabilitandengruppen benötigen multimodale Neurorehabilitation direkt im häuslichen Umfeld. Die “Corona-Krise“ hat den Einsatz neuer Versorgungsformen noch gefördert und beschleunigt.
In diesem Workshop werden in der Regelversorgung laufende mobile und telematische neurorehabilitative Interventionen vorgestellt und besprochen: mobile neurorehabilitative Versorgung in Bremen, teletherapeutische Langzeitbetreuung von MS-Betroffenen bei ihrer körperlichen Aktivität, neuropsychologische Versorgung mittels Videosprechstunden und supervidiertem PC-Training, Sprachtherapie unter Nutzung einer APP. Die Erfahrungen der Referenten können die Teilnehmer stimulieren, eigene Versorgungsideen in diesen Bereichen zu entwickeln und umzusetzen.

WS 4 • Praxisnahe Umsetzung von Leitlinien im Alltag

WS 5 • Perinatale Hirnschädigung/ICP: Förderung, Rehabilitation und Perspektiven im Erwachsenenalter

Die Standards der Therapie der Spastizität nach frühkindlicher Hirnschädigung/Zerebralparese (CP) und die sonstigen therapeutischen Fördermöglichkeiten wurden in den vergangenen Jahren systematisch weiterentwickelt. IM Rahmen dieses Workshops sollen zunächst die operativen und konservativen Therapieprinzipien evidenzbasiert dargestellt werden.

Die schwierige Situation der älter werdenden CP wird uns im zweiten Vortrag beschäftigen, wobei hier auch neurologischen Behandlungsmöglichkeiten ausgelotet werden sollen. Im dritten Vortrag werden wir rehabilitative Aspekte und Förderkonzepte für diese Patienten diskutieren.

WS 6 • Neuropsychologie aus der Praxis für die Praxis Workshop für Personen mit wenig Berufserfahrung oder Wiedereinsteiger

Im Praxis-Workshop werden fokussiert ausgewählte neuropsychologische Störungsbilder (incl. anatomischer Basis und Ätiologie), entsprechende diagnostische Verfahren/Assessments und bewährte Therapieansätze interaktiv vorgestellt und weiterführende Informationen vermittelt.

WS 7 • Unresponsive wakefulness Syndrome: Beurteilung und „outcome“ von Patienten mit Bewusstseinsstörungen

Disorders of Consciousness (DOC) result from focal to global brain injuries. They present a crucial challenge to neurologists and neuro-rehabilitation specialists in terms of accuracy of diagnosis, outcome prediction and appropriate treatment-plan development. In particular, it is difficult to properly detect conscious processing in non-communicating individuals and objectively recommend an optimal medical strategy, especially in the early phase. Currently, diagnosing consciousness relies on clinical examination at the bedside Widely used neurobehavioral rating scales designed to detect behavioural signs of consciousness have been found to generally provide good reliability and validity. However, their interpretation depends on several subjective parameters and they can be critically constrained by patient-specific characteristics such as motor abilities, vigilance fluctuation or aphasia.
The aim of this teaching course is to give theoretical background about the classification of DOC and their neuro-physiological mechanisms and practical exercises to avoid the pitfalls of clinical evaluation and improve prognostication.

WS 8 • Dysphagie

1. Ernährungstherapie in der Neurorehabilitation – mehr als ein notwendiges Übel?
Rainer Wirth, Bochum

2. Using neurostimulation to treat dysphagia – moving from pathophysiology to clinical trials
Shaheen Hamdy, Manchester

3. Neue Daten zur Pharyngealen Elektrischen Stimulation – erste Ergebnisse des PHADER-Registers
Rainer Dziewas, Osnabrück

Schluckstörungen und Mangelernährung stellen entscheidende Prognosefaktoren in der Neurorehabilitation dar. In dem ersten Beitrag dieses Workshops wird die Relevanz der Ernährungstherapie in diesem Kontext adressiert. Der zweite Beitrag greift das Thema Neurostimulationsverfahren zur Behandlung von Schluckstörungen auf und beleuchtet ausgehend von der grundlegenden Physiologie und Pathophysiologie die Studienlage der wichtigsten transkraniellen und peripheren Stimulationsverfahren. Im letzten Beitrag werden Ergebnisse des PHADER-Registers vorgestellt, in dessen Rahmen die Pharyngeale Elektrische Stimulation bei unterschiedlichen präspezifizierten Patientenkohorten zum Einsatz kam.

WS 9 • Können, Evidenz und mehr! Therapeutische aktivierende Pflege in der Zukunft.

Lasst uns Wert darauflegen, die „richtigen“ pflegerischen Maßnahmen durchzuführen. Gerade in den Zeiten knapper Ressourcen. Wie wählen wir diese aus? Was ist wirklich „wirksam“? Welche Pflege fördert die Selbständigkeit der Patient*innen am besten? Verhindern Pflegende durch „gut gemeinte“ Maßnahmen“ (statt gut gemachter) vielleicht sogar die Selbständigkeit? Wie kommen wir zu verbindlichen Vorgehensweisen und Standards, die den Nutzen für die Patient*innen gewährleisten und gleichzeitig den Anforderungen der externen Stellen (z. B. MDK) entsprechen?
In diesem Workshop werden wir Antworten geben. Zu Erkenntnissen, zu den Quellen und besonders betont zu dem Nutzen für die Praxis. An dem bewusst ausgewählten Beispiel der Kontrakturenprophylaxe werden wir die Themen „durchdeklinieren“: Definitionen, Assessments, Diskrepanz zwischen den wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Realitäten in der Praxis, Übertragbarkeit und Anwendungsbezug. Am Ende alles sehr praktisch.