Spiegeltherapie              

10:00–11:30 Uhr
Raum St. Petersburg

Die Spiegeltherapie ist ein evidenzbasiertes Therapieverfahren welches mittels Bewegungsspiegelung einer Extremität zu einer Aktivierung der kontralateralen Hemisphäre führt. Hierbei wird ein Spiegel so in der Körpermitte einer Person platziert, dass das Spiegelbild der nicht betroffenen Extremität erscheint, als wäre es die betroffene Extremität. Insbesondere nach Schlaganfall und bei Schmerzsymptomen ist sie inzwischen etablierter Teil der Behandlung. Der Workshop vermittelt neben wesentlichen Grundlagen und Einsatzmöglichkeiten der Spiegeltherapie praktische Übungen, um den Einsatz des Spiegels bzw. verschiedene Therapievarianten zu erlernen.

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Virtuelle Realität 

13:30–15:00 Uhr
Raum Hamburg 1

Nach einer kurzen Übersicht zum State-of-the-Art, welche Möglichkeiten eine Therapie mit den Mitteln der Virtuellen Realität in der modernen neurologischen Rehabilitation bietet werden einige Beispiele aus der Praxis anhand aktueller klinischer Studienergebnisse gezeigt. Hierzu gehören z.B. die Erfolge im VR-gestützten Amplitudentraining bei der Therapie des M. Parkinson, aber auch die wichtigen Lösungsvorschläge zur Frage einer stabilen Evaluation der Therapieergebnisse bei motorischen und kognitiven Defiziten. Abgerundet wird der Workshop durch die praktische Darstellung verschiedener Therapieansätze, bei denen die Workshop-Teilnehmer auch direkt an der Therapie teilnehmen können.

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Rehabilitation von Bewusstseinsstörungen           

13:30–15:00 Uhr                   
Raum St. Petersburg 
 

13:30–13:50 Uhr                                       Neue S3-Leitlinie zur Rehabilitation von Erwachsenen mit schweren BewusstseinsstörungenDie wichtigsten praxisrelevanten Empfehlungen auf einen Blick
13:50–14:10 UhrHands-On: Die Coma Recovery Scale – Revised (CRS-R)Praktische Übung Durchführung CRS-R als Goldstandard der Bewusstseinsdiagnostik
14:10–14:30 Uhr               Sinnvolle apparative DiagnostikEmpfehlungen zur apparativen Diagnostik bei DoC-Patienten im Neuroreha-Seeting
14:30–14:50 UhrHands-On: Durchführung der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS)Praktische Übung zur Anwendung der tDCS zur Bewusstseins–steigerung bei DoC-Patienten
14:50–15:00 UhrAbschlussdiskussion / Q&A 


Patient:innen mit schweren Bewusstseinsstörungen („Disorders of Consciousness“, DOC) stellen einen relevanten Anteil der Patient:innen auf neurologisch-neurochirurgischen Intensiv- und Frührehabilitationsstationen dar. Mittlerweile ist klar, dass diese Personengruppe eine für sie spezialisierte Versorgung benötigt und zwar sowohl für Diagnostik aber auch für Therapie und medizinisches Gesamtmanagement. Dieser Workshop greift die aktuellen Erkenntnisse der modernen DOC-Forschung auf und überträgt sie in praxisrelevante Lerninhalte für Mitglieder multiprofessioneller neurorehabilitativer Teams.

Erstmals wurde in Deutschland eine aktuelle S3-Leitlinie zur Rehabilitation von DOC-Patient:innen entwickelt, die sämtliche Ergebnisse der modernen Komaforschung berücksichtigt. In einem ersten Programmpunkt werden die entsprechenden Empfehlungen kurz vorgestellt und bewertet (Hinweis: Es ist unklar, ob die Leitlinie zu diesem Zeitpunkt bereits offiziell beschlossen wurde, so dass der aktuelle Konsentierungsstand vorgestellt wird).

Im folgenden Beitrag wird praxisrelevant der aktuelle Goldstandard der Bewusstseinsdiagnostik vorgestellt, die Coma Recovery Scale – Revised (CRS-R). Anhand von sechs Verhaltensbereichen wird das bestmögliche Niveau der Interaktion mit Patient:innen eingeschätzt (auditiver, visueller, motorischer, verbaler Bereich, Kommunikations- und Erregungsniveau). Die Einschätzung folgt in jedem dieser Bereiche einer streng hierarchischen Abfolge von Testaufgaben, welche zuerst kognitiv-mediiertes Verhalten und darauffolgend reflexartiges Verhalten testet. Die Instruktionen zur Durchführung jedes Test-Items sind hoch standardisiert. Ziel des Workshops ist es, die Anwender:innen der CRS-R in der korrekten Durchführung zu schulen, um einen Beitrag zu leisten für einen einheitlichen und qualitativ hochwertigen Standard in der klinischen Bewusstseinsdiagnostik. Wer DOC-Patient:innen maßgeblich medizinisch betreut, sollte die CRS-R gut kennen!

Während die apparative Zusatzdiagnostik zur Prognoseabschätzung in der Akut- und Postakutphase schwerer DOC für die hypoxisch-ischämische Enzephalopathie weitgehend evidenzbasiert in Leitlinien empfohlen wird, gibt es für den späteren Verlauf oder für andere Ätiologien von DOC nur sehr wenig bis gar keine belastbaren Daten. Da die Patient:innen oft gerade in diesen Zeiträumen in neurologischen (Früh-)Rehabilitationseinrichtungen behandelt werden, stehen letztere vor der Herausforderung, sinnvolle Untersuchungen für die neurologische Folge- oder sogar Erstdiagnostik zu planen, um zu einer besseren Prognoseeinschätzung zu kommen. Im Workshop soll gezeigt werden, welchen Nutzen elektrophysiologische (EEG, SSEP), bildgebende (CT, MRT) und laborchemische Parameter gegebenenfalls Wochen bis Monate nach einer akuten Hirnschädigung haben können und wo die Grenzen und Fallstricke spezifischer Befundkonstellationen liegen. Gleichzeitig werden Möglichkeiten erklärt, wie technische Zusatzuntersuchungen eingesetzt werden sollten, um insbesondere behandelbare Differenzialdiagnosen anhaltender Bewusstseinsstörungen festzustellen.  

Im abschließenden Baustein des Workshops wird die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) als neuer, evidenzbasierter Baustein der Therapie von DOC-Patient:innen praxisnah vorgestellt. Es werden sowohl die theoretischen Grundlagen wie auch die zu beachtenden Kontraindikationen und das praktische Vorgehen thematisiert bzw. veranschaulicht.

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Trachealkanülenmanagement in der neurologischen Frührehabilitation

15:30–17:00 Uhr                  
Raum St. Petersburg 

Zu den häufigsten Ursachen, bei denen Patienten nach einer neurologischen Erkrankung eine Trachealkanüle benötigen, zählen die Atem- und Schluckstörungen. Daher ist das Trachealkanülenmanagement in der neurologischen Frührehabilitation von zentraler Bedeutung und umfasst neben dem Wissen über die Trachealkanüle und ihre Versorgung, die Berücksichtigung der Physiologie/ Pathologie auch die Zusammenarbeit eines multiprofessionellen Teams mit synchronisierten therapeutischen Konzepten. Dieser Workshop soll einen Einblick in die therapeutische Arbeitsweise beginnend mit der Befundung bei Aufnahme, der Trachealkanülenanpassung, über den Prozess der Entwöhnung von der Trachealkanüle bis hin zur ersatzlosen Dekanülierung unter Einbezug von bildgebenden Verfahren (FEES) und der Berücksichtigung einer Dysphagie und ihrer notwendigen Behandlung geben.

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Implementierung innovativer Technologien in der Neurorehabilitation

17:30–19:00 Uhr    
Raum St. Petersburg     

Die Implementierung innovativer Technologien in verschiedene Settings der Neurorehabilitation stellt einen komplexen Prozess mit zahlreichen Herausforderungen auf fachlicher, organisatorischer sowie ökonomischer Ebene dar. In diesem interaktiven Workshop wird daher zunächst im Rahmen eines Impulsvortrags der Theorie-Praxis-Transfer aus psychologischer Sicht beleuchtet. Danach werden in Gruppenarbeit anhand von 2 Szenarien wesentliche Kernelemente sowie kritische Punkte des Implementierungsprozesses aus Sicht der Teilnehmer identifiziert und diskutiert, um daraus ein Prozess-Gesamtbild zu beschreiben. Abschließend wird im Rahmen eines weiteren Impulsvortrags ein pragmatischer Ansatz zur strukturierten Produktevaluierung vorgestellt und mit den Ergebnissen verglichen.

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Atmungstherapeutische Interventionen im invasiven und nichtinvasiven Weaning neurologischer Patienten

08:30–10:00 Uhr
Raum St. Petersburg       

Dieser Workshop gibt einen Einblick in das breitgefächerte Tätigkeitsfeld eines Atmungstherapeuten auf einer neurologischen Intensivstation in der Rehabilitationsklinik. Von der Aufnahme eines Patienten, Erarbeiten von Weaningstrategien, Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten, Hilfsmittelversorgung, Kollegen- und Patientenschulung bis zum Entlassmanagement werden Inhalte dabei skizziert. In der Praxis folgen atemtherapeutische Interventionen von Patienten im Weaningprozess. Dabei geht es vorrangig um das Erkennen von Atemstörungen, Erschließen von Atemräumen, sekretfördernde Atemphysiotherapie sowie thoraxmobilisierende Maßnahmen und Patientenschulung.

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Gutachten in der Neurorehabilitation         

10:30–12:00 Uhr
Raum Gartensaal     

Nach einer kurzen Übersicht zur generellen Bedeutung von Begutachtungen im Rahmen einer neurologischen Rehabilitation werden Beispiele aus der gängigen klinischen Praxis dargestellt. Fragen aus dem Publikum sind ebenfalls erwünscht. Anschließend werden die Probleme aufgezeigt, die eine Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Long-Covid-Patienten mit sich bringen. Lösungsvorschläge werden umfänglich mit dem Long-Covid-Check präsentiert.

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Weaning von der Beatmung               

10:30–12:00 Uhr                  
Raum St. Petersburg 

Die neurologisch/neurochirurgische Frührehabilitation hat sich in den letzten 20 Jahren zu einem integralen Bestandteil in der Versorgungskette schwerst erkrankter neurologischer und neurochirurgischer Patienten entwickelt. Zudem werden zunehmend Patienten aus anderen Fachdisziplinen aufgrund sekundärer neurologischer Erkrankungen wie Critical Illness Polyneuropathie und Enzephalopathien multipler Genese behandelt. Hierbei handelt es sich oftmals um beatmungspflichtige Patienten, die im Rahmen der neurologischen Frührehabilitationsbehandlung vom Respirator entwöhnt werden. Hierfür stehen in Deutschland derzeit ca. 1200 stationäre Behandlungsplätze zur Verfügung. In dem Workshop sollen krankheitsspezifische Strategien zur Beatmungsentwöhnung vorgestellt werden. Dabei wird auf die Besonderheiten der Patienten mit zentralen - sowie peripheren Störungen der Atmung eingegangen. Zudem werden die speziellen neuropsychologischen Probleme und Möglichkeiten der Intervention in der neurologischen Beatmungsentwöhnung aufgezeigt. In einem besonderen Maße wird der interdisziplinäre Charakter im Vordergrund stehen und auf die spezifischen Behandlungsmöglichkeiten der einzelnen Berufsgruppen (Atmungstherapie, Dysphagietherapie, Physiotherapie, Logopädie, Neuropsychologie, Pflegetherapie) eingegangen werden.

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Zertifizierung von Zentren für Beatmungsentwöhnung in der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation

13:30–15:00 Uhr     
Raum Gartensaal

Die Beatmungsentwöhnung (im Sinne eines prolongierten Weanings) sowie die anschließende Dekanülierung von schwer und schwerst betroffenen neurologischen Patienten werden in aller Regel im Rahmen der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation durchgeführt. Beide Therapieziele können nur durch die Arbeit eines interdisziplinären, hoch spezialisierten Teams erreicht werden. Die Sicherstellung der Struktur- und Prozessqualität der jeweiligen Institution spielt vor diesem Hintergrund, auch perspektivisch, eine wichtige Rolle. Seit September 2021 ist es möglich, Zentren, die sich auf Beatmungsentwöhnung im Rahmen der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation spezialisiert haben, zu zertifizieren. Die Zertifizierung wird auf Antrag der jeweiligen Institution durch die DGNR in Zusammenarbeit mit dem TÜV Rheinland durchgeführt. In dem Workshop werden Hintergründe und Zielsetzungen sowie zukünftige Entwicklungen des Zertifizierungsverfahrens dargestellt und diskutiert.

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Hirnstimulation                                       

13:30–15:00 Uhr           
Raum St. Petersburg

Die Verfahren der nicht-invasiven Neuromodulation entwickeln immer mehr Potential für die klinische Anwendung. Insbesondere durch die kostengünstige und einfach zu applizierende transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS = transcranial direct current stimulation) ergeben sich viele (therapeutische) Möglichkeiten. Das Symposium stellt den aktuellen Stand der Entwicklung im Bereich der Modulation und Therapie motorischer und kognitiver Funktionen durch tDCS, aber auch der Stimulation mit Wechselstrom (tACS = transcranial alternating current stimulation) sowie repetitiver transkranieller Magnetstimulation (TMS) dar.

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Therapie obere Extremität          

15:30–17:00 Uhr     
Raum St. Petersburg 

Evidenzbasierte Therapie Verfahren geben uns die Sicherheit die wirksamste Therapiestrategie für die entsprechende Armlähmung zu wählen. Die Leitlinie „ Rehabilitative Therapie bei Armparese nach Schlaganfall“ gibt uns klar vor, dass die Schwere der Armparese ausschlaggebend ist für die Wahl der Therapiestrategie. Der Workshop stellt auch anhand von Patientenbeispielen dar, wie diese Leitlinie praxisnah erfolgreich umgesetzt werden kann. Dies sowohl in der Praxis wie in einem klinischem Setting. Dabei spielen die Prognosefaktoren nach Armparese und das Wissen um die Entwicklung der Spastik ebenfalls eine wichtige Rolle. Es wird der gezielte Einsatz von FES, Arm-Basis-Training, Armfähigkeitstraining, Spiegeltherapie und Geräte gestützter Therapie besprochen. Auch wie CIMT einfach praktisch umgesetzt werden kann wird dargestellt. Die orthetische Versorgung, besonders die Funktionsorthesen werden außerdem erwähnt.

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Therapiezielfestlegung – eine fachliche und ethische Herausforderung

15:30–17:00 Uhr    
Raum Hamburg 2   

Der Workshop befasst sich mit den Herausforderungen der Festlegung grundlegender Therapieziele bei Patienten mit schweren neurologischen Erkrankungen. Dabei wird herausgearbeitet, für welche Aspekte im Entscheidungsfindungsprozess die Verantwortung bei den Patient:innen bzw. den Stellvertreter:innen und für welche Aspekte die Verantwortung bei den Ärzt:innen bzw. beim gesamten Behandlungsteam liegt. Hierbei spielt die Einordnung der Rolle der ärztlichen bzw. medizinischen Indikation eine wesentliche Rolle. Für Konfliktfälle der Therapiezielfestlegung werden Lösungsansätze im Behandlungsteam und Formen externer Unterstützung diskutiert.

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